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Woll´n wir doch mal ehrlich sein
Die neue Biografie des Kabarettisten Edgar Külow
aufgeschrieben von Jürgen Klammer
Preis: 16,80 €*
Erscheinungstermin: Oktober 2026
selbstironieverlag Leipzig, 220 Seiten
ISBN 978-3-9829489-0-4
Die neue Biografie des Kabarettisten Edgar Külow mit dem ebenfalls rot markierten ehrlich im Titel verweist auf die bereits 2005 vom Autor publizierte „Kabarettbiografie von Edgar Külow“ unter dem gleichnamigen Motto: „Woll’n wir doch mal ehrlich sein“. Diese neue Beschreibung des abwechslungsreichen Lebens eines populären DDR-Schauspielers und -Kabarettisten ist einer Vielzahl bislang unbekannter, im Spätsommer 2025 im Bundesarchiv – Bestand SED und Stasi-Unterlagen – aufgetauchter Dokumente geschuldet.
Die ausgewerteten neuen Unterlagen belegen bis zu diesem Zeitpunkt nur gelegentlich vermutete Verstrickungen des Absolventen der Leipziger Schauspielschule Edgar Külow in geheimdienstliche Aktivitäten für den sowjetischen Nachrichtendienst in den 1950er Jahren im studentischen Umfeld. Als es im Frühjahr 1952 in Verbindung mit dem „Fall Hofmann“ an ostdeutschen Universitäten zu einer Flucht- und Verhaftungswelle kam, „flüchtete“ der inzwischen als Aufnahmeleiter im Rundfunk angestellte und mit glaubwürdiger Legende ausgestattete sowjetische Spion nach West-Berlin.
Nach Edgar Külows Rückkehr in die DDR im Mai 1957 erfolgte durch die höchste SED-Personalinstanz (ZPKK) die parteiinterne Rehabilitierung wegen seiner vermeintlichen Republikflucht. Kurze Zeit später begann sein Aufstieg zum respektlosen und teilweise tabubrechenden Kabarettisten, zunächst in der Leipziger „Pfeffermühle“ und später bei der Berliner „Distel“. Begleitet wurde diese Karriere des überaus komödiantischen Satirikers durch einen „kabarettistischen Rauswurf“ (1964) wie auch durch unregelmäßige informelle Kontakte zur Staatssicherheit zwischen 1961-1964 und 1975-1982. Seine inzwischen erfolgreiche Fernsehkarriere ging auch nach dem Ende der DDR weiter. Besonders im mdr wurden zahlreiche Sendungen mit Edgar Külow produziert und ausgestrahlt, und zwar mit Beiträgen, die nicht nur in Erinnerungen an die sportlichen Erfolge des missglückten vierzigjährigen „sozialistischen Experiments“ schwelgten.
Wie alle bisherigen vom Autor Jürgen Klammer nach langjährigen Recherchen veröffentlichten Publikationen zum Kabarett im Osten Deutschlands, so vermittelt auch diese neue erzählende Dokumentation neben einer Vielzahl biografischer Details interessante Einblicke in die Kultur- wie auch Zeitgeschichte der DDR – sind doch schließlich alle Lebensläufe neben dem unmittelbar familiären Umfeld stets eingewoben in die jeweiligen sozialen wie politischen Bedingungen.
Die vorliegende Publikation ermöglicht in Verbindung mit dem im September 2026 erschienenen Buch „Der rote Blitz“ der Autoren Werner Abel und Volker Külow den unmittelbaren Vergleich unterschiedlicher Sichten auf den Lebensweg einer konkreten Künstlerpersönlichkeit unter den Bedingungen des 1989 im Rahmen einer friedlichen Revolution beendeten sozialistisch-kommunistischen Experiments.
Somit versteht sich „Woll‘ wir doch mal ehrlich sein“ als Beitrag zur Aufarbeitung deutsch-deutscher Erfahrungen wie auch zum besseren gegenseitigen Verstehen.
Jürgen Klammer
September 2026